Weingut Nin-Ortiz

Ester Nin ist keine Person der großen und ausschweifenden Worte, sondern eine Winzerin, die Ihre Weine und deren Herkunft für sich sprechen lässt …

Ester kennt man schon, sofern man den berühmten Clos Erasmus von Clos i Terasses aus dem Priorat schon einmal getrunken hat. 2004 konnte Ester einige Lagen im Priorat kaufen. Darunter auch die Wahnsinnslage Mas d’en Caçador, wo einer Ihrer Flaggschiff-Weine wächst. Die Lagen sind extrem steil und karg und deren Bewirtschaftung sehr schwierig. Es wird mit Eseln und natürlich biodynamisch gearbeitet. Die Hänge sind mit alten Stöcken bepflanzt und mit dem berühmten Boden des Priorats, dem Llicorella, ausgestattet. Alles in allem Attribute, die für Herkunft und Charakter des Weines stehen, und Ester versteht es, diese perfekt in die Flasche zu bekommen.
Wir durften die Weine von Familie Nin-Ortiz bei einem Besuch von Carles Ortiz in Golling verkosten und waren sofort begeistert. Carles und Nin lernten sich in Porrera, einer Metropole mit 500 Einwohnern, kennen. Da er auch Önologe ist, ist es ist nicht verwunderlich wie herausragend sich dieses Weingut im letzten Jahrzehnt entwickelt hat. Alte Weingärten wurden gesucht und gefunden und das Weingut auf 13 Hektar vergrößert. „Vergrößert“ ist hier eigentlich der falsche Ausdruck, wenn man bedenkt, dass die Ausbeute sehr gering ist und teilweise nicht einmal 4000 Flaschen von den einzelnen Weinen gekeltert werden. Die Trauben für die Weine werden nicht entrappt und somit wird Ganztraubenverarbeitung praktiziert. Schwefel wird gar nicht oder nur zum Teil verwendet. Priorat als ganz großes Weinkino auf sensationellem Niveau.

 

Folgende Weine sind im Weinhandelshaus exklusiv für Österreich zu bekommen und finden Sie auch im Winzerportrait Nin-Ortiz auf Weinhandelshaus.at:

Weißweine

Planetes de Nin Blanco – Cariñena Blanca 2017
Ein sehr seltener weißer Cariñena. Eine Rebsorte, die man solo eigentlich nie im Glas hat. Die Trauben stehen auf einem eher höher gelegenen Weinberg, auf dem typischen Schieferböden. Wer jetzt einen „fetten“, opulenten und faden Weißwein erwartet, wird enttäuscht. Man findet frische Datteln und Feigen, Quitten, weiße Mandeln und somit auch Marzipan, weiße Blüten, etwas Honig, frische Birne als auch Nashi-Birne. Ein super frischer und salziger Weißwein, der so richtigen Spaß im Glas macht.

Terra Vermella 2015 – Penedes
Ein Wein der zu 100% aus Parellada Montonega gemacht wird. Die Trauben stammen aus einem ein Hektar großen Weingarten mit dem Namen Finca San Miguel auf 550 Meter Höhe. Hier stehen die Trauben auf roten Ton und werden natürlich spontan vergoren. Der Terra Vermella reift für knapp acht Monate im Fass und ist mit seinen Anklängen an weiße und gelbe Blumen, frischer Säure und Frucht sozusagen ein „Einstiegsweißer“ in die Welt von Nin Ortiz.

Selma de Nin 2016 – Penedes
Einer der beiden Weißweine von Ester Nin und Carlos Ortiz, der aus dem Penedes kommt. Hier haben wir einen Wein, der aus Roussanne und Marsanne Trauben – die Rhône lässt grüßen – sowie Chenin blanc und Parellada Montonega gekeltert wird. Anders als im Priorat stehen die Weinstöcke auf Kalk- & Lehmböden, aber auch hier wird eine Ganztraubenpressung durchgeführt. Nasser Stein, Marzipan, Äpfel, Birne und Nüsse sind hier grandios vertreten. Ein spanischer Weißwein der absoluten Spitzenklasse.

Rotweine

Garnatxa Àmfora 2017
Dieser Wein wird aus Trauben von bis zu 80-jährigen Garnacha Negra Reben hergestellt, die aus der Einzellage Finca les Planetes in der Nähe von Porrera stammen. Der Wein wird zu 100% in Amphoren ausgebaut und bleibt ein halbes Jahr auf der Vollhefe. Ohne Schwefel abgefüllt, überzeugt er mit roter Frucht wie Kirschen, Hagebutte, Wacholder und Gewürzen. Am Gaumen gesellen sich noch weiche Tannine, Kräuteraromen und dunkle Frucht dazu. Super spannend, super frisch, markant aber auch mega-elegant. Ein super Einstieg in die Welt von Nin-Ortiz.

Planetes de Nin 2016
Der Wein wird in der gleichen Lage (Finca les Planetes) wie der Garnatxa Àmfora angebaut, ist aber ein Blend aus 20 % Garnacha, 20 % Garnacha Peluda und 60 % Cariñena. (Garnacha Peluda kennt man auch aus Frankreich unter dem Namen Lladoner Pelut). Die Trauben werden je nach Bedarf entweder separat oder als gemischter Satz gelesen, da die bis zu 80-jährigen Stöcke zum Teil gemischt in den Weingärten stehen. Die Weine werden teilweise in großen Fudern oder auch in Amphoren vergoren. Der Wein bleibt bis zu 18 Monaten in den Fudern und wird durch das Holz überhaupt nicht übertönt oder verdeckt. Die Frische dieser Lage mit dem Charakter der Böden ist omnipräsent. Schwarze Oliven, Zwetschken, dunkle Kirsche, Pfeffer, rote Blumen, Hagebutten und Himbeermarmelade sind nur einige der vorkommenden Noten. Am Gaumen kommt die Power des Gebiets mit der Kühle des Bodens und der Stilistik von Esters Weinen in grandioser Form daher.

Nit de Nin La Coma d’en Romeu 2016
Ein reinsortiger Garnacha aus über 70-jährigen Stöcken, die auf einer nach Süden gerichteten Lage in Buschform wachsen. Die Trauben dieses fruchtigen, eleganten Rotweines werden spontan vergoren und in offenen Bottichen verarbeitet. Die 1500 Flaschen, welche es von diesem Wein gibt, sind superb balanciert und bestechen wiederum durch die typische Frische der Nin-Ortiz-Weine. Die Aromen sind so breitgefächert, dass es schon schwer wird diese zu fassen. Zu Beginn schmeckt man eine superbe Blumigkeit, Kräuterwürze, Mineralität sowie rote und blaue Früchte. Ein Wein der neben dem Mas d’en Caçador als Referenz für einen grandiosen Prioratstil steht. Weltklasse!!

Nit de Nin Mas d’en Caçador 2016
Zuerst die Eckdaten:
Lage: Mas d’en Caçador
Höhe: 650 Meter über dem Meer – nordwestlich ausgerichtet
Boden: Llicorella Rebsorten (Garnacha Peluda und Cariñena)
Alter: über 130 Jahre alte Weinstöcke mit reiner Buscherziehung
Dunkler und animalischer als der Romeu zeigt sich der Wein schon in der Nase. Massiver, aber nicht süß oder marmeladig, Kräuterwürze, Oliven, Graphit, Harz mit vollem Körper – das sind nur einige Marker dieses Weines. Extrem langer Abgang mit einer Frische, die einen fasziniert und vereinnahmt. Der Fruchtbogen streckt sich auch hier sehr weit – von Brombeere bis Ribisel, von Lavendel bis Salbei, von Tabak bis dunkler Schokolade ist so ziemlich alles dabei. Absolutes Must-Drink und Must-Have!

 

Verfasst von Die WEINschauer